Restaurant Nagel in Hamburg. Gemütliches Restaurant, Bar und Bierstube seit 1848 in Hamburg. Traditionelle Hamburger Küche, exklusive Weine und Spirituosen im rustikalen Ambiente zu kleinen Preisen. Direkt am Hamburger Hauptbahnhof und ZOB.

Restaurant Hamburg - Restaurant Nagel - Restaurant Nagel in Hamburg. Gemütliches Restaurant, Bar und Bierstube seit 1848 in Hamburg. Traditionelle Hamburger Küche, exklusive Weine und Spirituosen im rustikalen Ambiente zu kleinen Preisen. Direkt am Hamburger Hauptbahnhof und ZOB.

...Gemütlichkeit im Herzen Hamburgs
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Restaurant NAGEL

Bodega - Bierstube
Kirchenallee 57
D-20099 Hamburg

 

 

Öffnungszeiten:

So-Do: 10 - 1 Uhr
Fr-Sa:  10 - 2 Uhr

 

Warme Küche:

So-Do: 10 - 0 Uhr
Fr-Sa:  10 - 1 Uhr

 

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Leben und leben lassen

Kleine Könige. über Leute und ihre Läden

Mitten im Dreieck Hauptbahnhof, Schauspielhaus und Museum für Kunst und Gewerbe liegt die Bodega Nagel. Ein weißer Neonschriftzug kennzeichnet das Lokal auch als Bierstube. Seit 1848 gibt es die Gaststätte, die sich mit den Jahren immer mehr zur Bierkneipe entwickelt hat. An die Kirchenallee kam Nagel erst im Jahr 1916. Vorher war das Lokal am Rödingsmarkt ansässig, wo man, wie damals üblich, im Laden auch mit Drogerieartikeln handelte. Durch große Fenster strahlt die warme Stimmung der Kneipe auf die belebte Kirchenallee. Die Wände sind hoch und in einer rotbraunen Farbe gestrichen, die mit jedem Jahr eine Nuance dunkler wird.

An der Rückseite der Gaststätte befindet sich eine kleine Empore mit einem Gewölbe. Dort steht ein Ecktisch, der an Gemütlichkeit nicht zu übertreffen ist. Die Regale hinter dem Tresen ziehen sich bis an die Decke und sind mit allen erdenklichen Spirituosen gefüllt.

Früher wie heute betreibt die Bodega Nagel auch einen regen Straßenverkauf, mit Getränken. Gaststätten und trinkfeste Personen, denen eine bestimmte Marke ausgegangen ist, rufen nachts und am Wochenende an und lassen sich mit dem Taxi den gewünschten Nachschub bringen. Die Bodega hat keinen Ruhetag und kennt auch keine Feiertage. Jeden Tag von zehn Uhr vormittags bis ein Uhr nachts ist hier Betrieb, am Wochenende noch eine Stunde länger.

Der Chef des Hauses, Peter Wörlein, ist Fleischermeister und arbeitet immer vormittags in der Küche im Nagel. Das Essen ist deftig: Kasseler, Rippchen und in den Wintermonaten Grünkohl mit Kochwurst.

Beliebte Anlaufstelle ist die Bodega an Tagen, wenn wichtige Fußballspiele laufen. Da wird der Fernseher aufgedreht, und es ist Stimmung im Laden.

Die Nagel-Kundschaft ist so bunt wie das Leben selbst. Von der Spitzenpolitikerin, dem alten Seefahrer bis hin zu einer Gruppe von auswärtigen, mit dem Bus angereisten Museumsbesuchern genießen viele Menschen die Atmosphäre dieses urigen Lokals. Die Intendanz des Schauspielhauses, die Garde der Schauspieler und Theaterbesucher zählen zu den Stammgästen.

Touristen aus Skandinavien wohnen gerne in den Hotels am Hauptbahnhof und kehren mit Vorliebe bei Nagel ein. Man sagt, dass Nagel in Oslo durchaus ein Begriff sei.

Mitten im Lokal hängt ein Gemälde, das die seit Jahren hier tätigen Kellner zeigt: Harald, Franz, Lars und Siggi. Siggi ist vor einiger Zeit gestorben. Dieter, der Dienstälteste, ist nicht auf dem Bild.

Die Kellner sind ein Erlebnis. Im Ton rau und im Herzen sanft, machen sie ihren Dienst, und der ist wahrlich nicht immer leicht.

Doch das Milieu rund um den Hauptbahnhof ist für sie kein Problem, vielmehr ein Teil des Leben schlechthin. Sie haben ein Herz für die schwachen und ausgestoßenen Menschen unserer Gesellschaft und beweisen dies jeden Tag mit kleinen und großen Hilfeleistungen.

Diese Einstellung wird honoriert, im Viertel ist die Bierstube ein respektiertes und geschätzes Terrain.

Der Chef des Hauses hält sich in diesem gastlichen Haus im Hintergrund. Er traut seiner Mannschaft, die übrigens vollzählig in einem Straßenzug in Barmbek-Uhlenhorst wohnt und sich auch privat, so gut es geht, gegenseitig hilft. Die Bodega Nagel ist nicht einfach nur eine Kneipe, hier ist das Motto "Leben und leben lassen" Wirklichkeit: ein gutes Aushängeschild am Hauptbahnhof in Hamburg, dem Tor zur Welt.

 

Erschienen in: Ernestine Stadler - Kleine Könige, über Leute und ihre Läden, 2000

 

 

© 2010 Nagel - Restaurant Bodega Bierstube - Hamburg